Hofkompositeur Friedrich Wilhelm Kücken

In Paris gefeiert und Stiftungsgründer für mittellose musikalische Talente

Nach wenigen Schritten auf der anderen Seite der Buche stehen wir an der Ruhestätte des Hofkompositeurs Friedrich Wilhelm Kücken. Geboren wurde er am 16. November 1810 in Bleckede an der Elbe, wo sein Vater Scharfrichter, also Henker war. 

Schon früh fiel der Junge durch seine Musikalität auf und erhielt dadurch ein großherzogliches Stipendium, das ihm das Musikstudium ermöglichte. Danach gehörte er als Bratschist und Geiger der Schweriner Hofkapelle an. Für seine Kompositionen bevorzugte Kücken Texte, die dem volkstümlichen Liedgut entstammten. So entstanden Lieder wie „Ach, wie ist’s möglich dann“, „Reich‘ mir eine Kanne Wein“ oder „Du bist wie eine Blume“.
Neben seiner Tätigkeit in der Hofkapelle war Kücken auch Leiter der Schweriner Liedertafel. Eine von ihm verfasste Oper trug den Titel „Die Flucht nach der Schweiz“. Ein großer Teil seiner Kompositionen entstand zu besonderen Anlässen für das Fürstenhaus. Durch sie erwarb sich Kücken wiederum Ehrungen verschiedenster Art, so den Titel eines Hofkompositeurs. Trotzdem hielt ihn dies nicht davon ab, schließlich einem Ruf an den königlichen Hof nach Stuttgart zu folgen. Die dort erworbenen, außergewöhnlich hohen Einnahmen bildeten später den Grundstock für die sogenannte Kücken-Stiftung, die testamentarisch der Stadt Schwerin zu fiel. Entsprechend den Festlegungen diente sie der Förderung mittelloser musikalischer Talente. 
Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris, wo er enthusiastisch gefeiert wurde, kehrte Kücken 1861 nach Schwerin zurück. Hier erwarb er das Eckhaus am südlichen Pfaffenteich und wurde sein prominentester Bewohner. Die in Bronzebuchstaben am Haus angebrachte Inschrift „Kücken-Stiftung“ ging leider bei der Renovierung unbedachtsam verloren. Die Büste vor dem Haus schuf der Schweriner Bildhauer Ludwig Brunow. Am Abend des 3. April 1882 war Friedrich Kücken am Strempelplatz, heute Platz der Jugend, zu Gast. Für die Rückkehr zu seinem Heim benutzte er die Schweriner Pferdebahn. An seiner Haltestelle Blücherstraße, heute Arsenalstraße, stieg er jedoch nicht aus. Ein schnell herbei gerufener Arzt konnte nur noch den Tod feststellen.

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