Dichterjurist Eduard Hobein

Rechtsanwalt, Finanzexperte und geschmeichelter Hofpoet

Setzen wir nun auf dem bisher gegangenen Seitenweg unsere Wanderung bis zum Hang oberhalb des Talwegs fort, so treffen wir dort auf den Torso eines Grabsteins, der rautenförmig von einer Buchsbaumeinfassung umgeben ist. Wir befinden uns an der letzten Ruhestätte von Eduard Hobein. Diese Grabstätte ist ein Beispiel dafür, was geschieht, wenn Unachtsamkeit und Gedankenlosigkeit, möglicherweise auch absichtlich unauffällige Vergangenheitsbewältigung im Spiel sind. Zunächst verkommt eine Grabstätte, ein zerbrochenes Grabkreuz verschwindet bei Aufräumarbeiten. Der Vergänglichkeit eines Menschenlebens folgt als zweites Stadium das Vergessen. 

Eduard Hobein wurde am 24. März 1817 in Schwerin geboren. Die vielseitige Begabung trat bei dem Schüler der Alten Schweriner Fürstenschule, die damals von dem Philosophiedoktor Friedrich Carl Wex geleitet wurde, schon früh zutage. Nach Abschluss des Jurastudiums war Hobein zunächst in Göttingen, dann in Rostock als Rechtsanwalt tätig. Als Präsident der Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank befasste er sich mit Finanzierungsangelegenheiten des Hoftheaters, aber auch die Finanzprobleme der Hofhaltung lenkte er in geordnete Bahnen. Im Residenzleben der damaligen Zeit war sein Einfluss als Regierungskommissar überall erkennbar. 
Die Neigung Hobeins sich auch schriftstellerisch zu betätigen, führte zu einer engen Freundschaft mit Friedrich Kücken. Hobeins Engagement galt der dichterischen Darstellung herausragender Ereignisse um das Fürstenhaus. So lagen denn den Kücken’schen Kompositionen sehr oft Texte zugrunde, die der Feder von Eduard Hobein entstammten. Ob jedoch sein dichterischer Einsatz, er gefiel sich in der Rolle des unentbehrlichen Hofpoeten, für die Verleihung des Titels eines Hofrats ausschlaggebend war, lässt sich nicht nachweisen. Der Wahrheit am nächsten ist wohl jene Version, die die Titelverleihung auf die Beraterfunktion als Finanzexperte zurückführte. Zum engeren Freundeskreis um Hobein zählten die Heimatdichter Fritz Reuter aus Mecklenburg und Klaus Groth aus Holstein. Den literarischen Streit aber, der zwischen den beiden entbrannt war, konnte auch Hobein nicht beilegen. Er starb am 28. Mai 1882 in Schwerin.

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