Setzen wir nun unsere Wanderung auf dem alten Friedhof fort. Bevor wir aber das Feld 4a in Richtung Neuer Weg verlassen wird unser Blick durch ein massives Sandsteingrabmal angezogen. Es markiert die letzte Ruhestätte von Friedrich Carl Wex. Am 27. August 1801 in Naumburg geboren, studierte er Philologie in Göttingen. Danach begann 1826 seine Lehrertätigkeit an der Fürstenschule in Schulpforta, einer Einrichtung, die aus einer früheren Klosterschule hervorgegangen war.
Seine Berufung ins Direktorenamt der Fürstenschule zu Schwerin 1833 könnte man gewissermaßen als folgerichtig ansehen. In Schwerin hatte Herzog Johann Albrecht der Erste 1553 eine Fürstenschule ins Leben gerufen, die seither ununterbrochen ihr Domizil im Seitenflügel des Schweriner Doms hatte. Platzmangel beeinträchtigte jedoch zunehmend den geordneten Lehrbetrieb. Überlegungen für einen Neubau erfolgten nur zögerlich. Unter der Verantwortung von Dr. phil. Friedrich Carl Wex erhielten sie jedoch noch Impulse. Nach Entwürfen und unter der Leitung von Hermann Willebrand wurde schließlich der Neubau des Gymnasiums Fridericianum in der heutigen August-Bebel-Straße am Pfaffenteich begonnen. Wex hatte jedoch in den 32 Jahren, in denen ihm die Leitung der Fürstenschule anvertraut war, die Einweihung des neuen Gymnasiums 1870 nicht mehr erlebt. Er starb bereits am 8. August 1865 in Schwerin.
Der Grabstein an seiner Ruhestätte kündet in beredten Worten von der Dankbarkeit und Verehrung der Kollegen sowie einer großen Schülerzahl, denen diese Schule das Rüstzeug für ihren weiteren Lebensweg vermittelte. Zu den Schülern gehörten auch der Schriftsteller und Ingenieur Heinrich Seidel und der schon erwähnte Eduard Hobein. Am 4. August 1853, der Gründungstag der Fürstenschule kehrte zum 300. Male wieder, verlieh die Stadt Schwerin an Dr. Friedrich Carl Wex die Ehrenbürgerwürde.