Kunstmaler Ernst Lübbert

Ein fantasievoller Künstler mit Sinn für Humor

Folgen wir weiter dem Neuen Weg bis zu der wenige Schritte entfernten Ruhebank, so fällt uns dort eine hochaufragende Sandsteinstele auf. Sie ist ein Werk von Professor Wilhelm Wandschneider und schmückt die Grabstätte des Kunstmalers Ernst Lübbert. Nachdem jener in den Jahren 1904/1905 seinen Heeresdienst geleistet hatte, wurde er am 2. August 1914 zu den Fahnen gerufen. Von seinen Kameraden hochgeachtet, fiel er, gerade 36 Jahre alt, als Offizier vor Grodno. 

Als Sohn eines Behördenangestellten wurde Ernst Lübbert am 27. Juli 1879 in Warin geboren. Schon während des Besuchs des Gymnasiums in Schwerin trat seine außergewöhnliche künstlerische Begabung in Erscheinung. Ein Stipendium des Großherzogs ermöglichte ihm den Besuch der Kunstakademie Berlin, wo sein ungewöhnliches Naturtalent sich vollends entfalten konnte und seine sprudelnde Fantasie ihm rasch erste Erfolge brachte. Studienreisen führten Lübbert nach Tirol, Dalmatien, Montenegro, Italien, Frankreich und Schottland. Intensiv nahm er die dabei gewonnen kontrastreichen Eindrücke in sich auf und sie formten seine künstlerische Persönlichkeit. Trotzdem blieb er in der Gestaltung stimmungsvoller Landschaften und Genreszenen seiner mecklenburgischen Heimat verbunden. Aus Liebe zu ihr und der engen Verbundenheit mit der heimatlichen Erde schuf er echte Bauerntypen, denen ihre Bodenständigkeit unverwechselbar anhaftet, die zugleich aber auch das Gemütvolle ihres Wesens nicht verleugnen. Bilder wie „Das Fräulein aus der Stadt“, „Der heitere Brief“, „Die Dorfpolitiker“ aber auch „Die mecklenburgische Dorfstraße“ unterstreichen dies in beredter Weise. 
Bedingt durch seine Tätigkeit für verschiedene Zeitschriften, beispielsweise die Leipziger und die Berliner „Illustrierte“ oder „Das Universum“, wurde Lübbert mehr und mehr zur humoristischen Karikatur gelenkt und wandte sich damit dem Genre zu, dass seinem Verständnis vom Leben am besten Ausdruck verleihen konnte. Hier brachte er mit originellen Illustrationen sein sonniges Wesen und seinen goldenen Humor, seine skurrile Eigenwilligkeit und seinen unbändigen Sarkasmus voll zur Geltung. Treffsichere Ironie, wohl pointierter Spott und ironisierende Pikanterie durchzogen zunehmend auch die ernsthaften Bilder, doch nie überschritt Lübbert dabei die Grenze des guten Geschmacks oder verletzte die feinen Sitten. Schalkhaft verstand er es in den Bildern wie „Frühling oder Bocksprung“, „Im gefährlichen Alter“, „Die Astlochgucker“ oder „Es soll dein Herr sein“ mit seiner sprudelnden Fantasie Illustrationen zu schaffen, die dem Einzelnen seine kleinen Schwächen vor Augen führten. Sein lächelnder Sarkasmus war auch hier nicht verletzend.
Arbeiten von Ernst Lübbert hingen in Ausstellungen in Berlin, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg und andernorts und überall, wo sie auftauchten, fanden sich begeisterte Interessenten, die ihre Wohnung damit schmücken wollten. Es ist erstaunlich wie umfangreich Lübberts Werk in den wenigen Jahren wurde, die ihm für seine Kreativität vergönnt waren.

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