Richard Spethmann

Ein Schauspieler mit Ausstrahlung und besonderer Liebe zum Niederdeutschen

Wir wechseln hinüber auf die andere Seite des Neuen Weges. Dort fällt das in schwarzem Marmor ausgeführte Grabmal des Kammerschauspielers Richard Spethmann auf. Am 8. Februar 1891 wurde er als Sohn eines Bildhauers in Altona geboren. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte Spethmann in Hamburg am Ernst-Drucker-Theater. Danach führten ihn verschiedene Engagements nach Schleswig, Wismar und Neustrelitz. 1917 wurde er als Sänger für den Opernchor nach Schwerin verpflichtet.

Daneben entdeckte man seine große komödiantische Begabung und übertrug ihm sehr bald auch größere Soloaufgaben, wobei er sein gewaltiges Stimmvolumen voll ausschöpfen konnte. Außerdem wurde man auf sein organisatorisches Talent und sein Geschick bei der Regiearbeit aufmerksam. So bereicherte Richard Spethmann das Schweriner Theaterleben 39 Jahre lang immer wieder mit seiner großen Ausstrahlungskraft in heiteren und ernsten Rollen der unterschiedlichen Genres in unverwechselbarer Weise. Die besondere Liebe Richard Spethmanns für die niederdeutsche Dramatik führte 1926 dazu, eine Niederdeutsche Bühne am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin zu schaffen. Zur Eröffnung der neuen Sparte dieses Hauses am 27. November 1926 hatte man die Komödie „Straatenmusik“ ausgewählt. In der Folge bekam die Niederdeutsche Bühne des Staatstheaters nicht nur in ihrer Heimatstadt einen klangvollen Namen, sondern erwarb sich mit regelmäßigen Gastspielen Anerkennung. Mit dem „Kaiser von Portugal“, eine seiner Glanzrollen, konnte Richard Spethmann 1955 sein 45- jähriges Bühnenjubiläum begehen. Zur Bereicherung des Repertoires im Niederdeutschen Sprechtheater trug Spethmann durch selbstverfasste Bühnenstücke mit großem Erfolg immer wieder bei. Erfolgreich war unter anderem seine „Unkel Bräsig“- Dramatisierung, in welche er Themen aus Reuters „Stromtied“ und „Kein Hüsung“ eindrucksvoll miteinander verflocht. 1956 nahm Richard Spethmann seinen Bühnenabschied. Mit der Verleihung des Titels eines Kammerschauspielers fanden sowohl seine Künstlerpersönlichkeit als auch seine vielseitige Begabung die ihr gebührende Würdigung. Die heutige Fritz-Reuter-Bühne setzt das überaus reiche Wirken Richard Spethmanns am Schweriner Theater in dankenswerter Weise fort und wird damit bedeutsam bei der Erhaltung und Neubelebung der plattdeutschen Sprache. Am 1. April 1960 starb Richard Spethmann und fand in Schwerin seine letzte Ruhestätte.

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