Gerhard Baarck

Der profunde Kenner hiesiger Literatur vollendet die mecklenburgische Bibliografie

Die nächste Grabstelle, an der der mit unseren Erinnerungen halt machen, finden wir im Feld 15C unmittelbar neben dem Soldatenfriedhof. Mit seiner mecklenburgischen Bibliografie setzte der Bibliothekar Gerhard Baarck das Werk seines Vorgängers Doktor Wilhelm Hees mit Fleiß und Sorgfalt fort und bezog mit besonderer Aufmerksamkeit die landeskundliche Literatur von Mecklenburg in seine Arbeiten ein. Gerhard Baarck wurde am 18. Oktober 1909 als Sohn eines Beamten geboren. Nach seinem Schulabschluss am Realgymnasium zu Schwerin studierte er Philosophie in Göttingen, Heidelberg, Rostock und Kiel. Besondere Umstände führten dazu, dass er die von ihm in Angriff genommene Dissertation über das Werk Rainer Maria Rilkes nicht zum Abschluss bringen konnte.

So nahm er zunächst eine Stelle als Privatlehrer in Kiel an. Durch die Vermittlung eines Studienfreundes erhielt er später eine Anstellung als Verlagsredakteur beim Deutschen Wörterbuch in Leipzig. Nach Kriegsdienst und sowjetischer Gefangenschaft kehrte Baarck über das Durchgangslager Neubrandenburg nach Schwerin zurück. Eine Bewerbung bei der Mecklenburgischen Landesbibliothek blieb zunächst erfolglos. So nahm er vorübergehend eine Hilfsarbeiter-Tätigkeit bei den Schweriner Stadtwerken auch, bis eine Stelle an der Mecklenburgischen Landesstelle für Bibliothekswesen frei wurde. Erst danach konnte er am 16. November 1952 seine später verdienstvolle Tätigkeit an der Mecklenburgischen Landesbibliothek Schwerin beginnen. Die große Sachkenntnis, die Gerhard Baarck in diese Tätigkeit einbringen konnte, bewirkte, dass mit seiner mecklenburgischen Bibliografie eine Lücke geschlossen werden konnte. Baarck setzte sich erst kurz vor dem Tode zur Ruhe. Er starb am 12. Juli 1990 in Schwerin. Als profunder Kenner der mecklenburgischen Literatur bot er den Benutzern der Mecklenburgischen Landesbibliothek fachmännische Beratung. Der kleine bronzene Singvogel, der sein Grab schmückt, weist auf das große Interesse hin, das Gerhard Baarck der heimatlichen Fauna und Flora entgegenbrachte. Und auch mit gelegentlichen Kommentaren bekannte er sich stets zu seiner Heimat Mecklenburg. Mit stets schmurgelnder Pfeife im Mundwinkel überspielte er unvermeidliche Fehlschläge mit Mutterwitz und trockenem Humor. Sicheres Gespür brachte ihn bei der Suche nach literarischen Quellen schließlich doch auf die richtige Fährte und jeder, der seine Hilfe in Anspruch nahm, erinnert sich gern an Gerhard Barck.

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