Verlassen wir den Soldatenfriedhof in Richtung neuer Weg, so erreichen wir zunächst das Gräberfeld B. In der südöstlichen Ecke des Feldes, Liegeplatz 27, finden wir die Familiengrabstätte des Pädagogen und Archäologen Robert Beltz. Hier sind neben ihm dessen Ehefrau und seine beiden Töchter beigesetzt. Robert Beltz wurde am 14. März 1854 in Nordhausen geboren. Nach dem Studium in Berlin und Göttingen übernahm er mit 23 Jahren eine Lehrstelle am Gymnasium in Wismar. Aber noch im gleichen Jahr zog er nach Schwerin um.
Schon bald trat sein Interesse für die Archäologie zu Tage. Hier wurde er 1880 von dem damaligen Museumsdirektor Friedrich Lisch zum Mitarbeiter für die Altertümer-Sammlung berufen. Beltz übernahm die Aufgabe, die beiden in Schwerin vorhandenen Sammlungen vorchristlicher und mittelalterlicher Altertümer mit den großherzoglichen Exponaten des Antiquariums zu vereinen. Seine Neuordnung begründete den Ruf des Schweriner Museums bei der Archäologie und führte zur Ernennung von Robert Beltz zum Professor. Die Ergebnisse seiner Forschungen wurden in verschiedenen Publikationen veröffentlicht. So erschienen als erste 1882 die Übersicht über die Altertümer im Museum Schwerin. Die Krönung der Forschungen auf dem Gebiet regionaler Altertumskunde war 1910 sein Werk, die vorgeschichtlichen Altertümer des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin. Große Verdienste erwarb sich Robert Beltz außerdem in der Denkmalpflege. 1887 gründete er eine Kommission zur Erhaltung von Denkmalen. Das Denkmalschutzgesetz vom 5. Dezember 1929 stellte für die damalige Zeit eine beachtliche Leistung dar und war Ausdruck seiner richtungsweisenden Arbeit. Am 1. April 1913 trat Professor Robert Beltz in den Ruhestand. An seinem Wohnhaus in der Lübecker Straße 121 erinnert eine Gedenktafel an sein Wirken in Schwerin. Hier starb er am 19. Mai 1942.