Folgen wir im Feld FA den Weg unterhalb des Südhangs, so fällt rechtsseitig bald die Grabstelle Mantus auf. Hier befindet sich noch ein weiterer schwarzer Grabstein. Er markiert die letzte Ruhestätte des Bibliografen Wilhelm Hees. Hees wurde am 28. Juli 1892 in Worms als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren. Er studierte Philosophie und Literatur in Tübingen, Leipzig und Freiburg und schloss 1925 sein Studium in Rostock mit der Dissertation „Wilhelm Raabes politische und kulturelle Anschauung“ ab.
In der Universitätsbibliothek in Rostock bereitete er sich danach als Volontär auf den höheren Dienst in wissenschaftlichen Bibliotheken vor und fand nach bestandener Prüfung 1928 in der Stadtbibliothek Essen einen ihm zusagenden Arbeitsplatz. Hier erreichte ihn 1930 der Auftrag, an der mecklenburgischen Landesbibliothek Schwerin eine geschichtliche Bibliografie von Mecklenburg zu erarbeiten. Mit Fleiß und Geduld widmete sich Hees dieser mühevollen Aufgabe, ließ sich dabei jedoch nicht von den Widrigkeiten abhalten, die ihm intolerante Nationalsozialisten bereiteten. 1944 war trotz allem das gesteckte Ziel erreicht. Beim Hinstorff Verlag in Rostock erschien die dreibändige geschichtliche Bibliografie von Mecklenburg, zusammengetragen in nicht enden wollender Kleinarbeit in 14 Jahren. In den Jahren 1945 bis 1949 amtierte Doktor Wilhelm Hees als Direktor der Mecklenburgischen Landesbibliothek. Er starb am 20. April 1950 und fand auf dem Friedhof am Obotritenring seine letzte Ruhestätte. Das von Hees begonnene Werk nahtlos fortgeführt zu haben, ist dem Regierungsobersekretär Gerhard Barth zu verdanken, an dessen Grab wir schon verweilten.