Georg Adolph Demmler

Der Architekt und Freimaurer prägte das Gesicht Schwerins

Der Weg zwischen den beiden Hängen führt uns zum Kapellenweg. Folgen wir diesem, so erblicken wir bald die Grabkapelle des Architekten Georg Adolf Demmler. Demmler wurde am 22. Dezember 1804 in Berlin geboren. Er starb am 2. Januar 1886 in Schwerin. Die Grabkapelle wurde 1864 also schon ein Jahr nach Erschließung des Friedhofs nach Entwürfen von Demmler für seine Frau erbaut. Alle Schmuckelemente, Pentagramm, Drudenfuß, Rose, verschlungenes Umfassungsband, auch Kelle und Zirkel, weisen auf die Zugehörigkeit Demmlers zur Freimaurerei hin. Wie aus einem wiedergefundenen Meisterbrief hervorgeht, besaß Demmler den Grad eines Freimaurerritters in der Loge Harpokrates zur Morgenröthe.

Seit 1823 war Demmler als Baukondukteur für den Mecklenburgischen Hof verpflichtet. Viele Bauwerke in der Residenz sind seinem unermüdlichen Schaffen zu verdanken und prägen deren architektonisches Gesicht. Auch der Friedhof am Obotritenring entspringt Demmlerschem Entwurf. Auf dem Reißbrett entstanden neben dem eigenen Wohnhaus am Pfaffenteich auch die Fassade des Wohnhauses an der Nordseite des Grunthalplatzes, das Hauptgebäude der Nervenklinik am Sachsenberg, das Kollegiengebäude in der Schlossstraße, die Fassade des altstädtischen Rathauses, das Marstallgebäude, das einstige Krankenhaus an der Baaderstraße, das Arsenal und andere Bauwerke. Die imposanteste schöpferische Leistung stellt zweifellos der Umbau und die Neugestaltung des Schweriner Schlosses dar. Nicht zuletzt dafür wurde ihm der Titel eines Hofbaurats verliehen. Demmler gehörte in seiner Jugend zu den unruhigen Geistern. Durch sein freimütiges Auftreten bei politischen und sozialen Themen setzte er sich in Widerspruch zu seinen Vorgesetzten. Als Mitglied des Schweriner Reformvereins gehörte Demmler zu den demokratischen Oppositionellen. Auf diese Weise kam er auch zur Freundschaft mit Fritz Reuter, die nach der Gründung des Nationalvereins intensiver wurde. Eine Arbeiter-Baugenossenschaft gab einem von ihr Ende der 20er Jahre in der Wismarschen Straße errichteten Wohnblock den Namen Demmlerhof. Damit sollte auf das frühzeitige Eintreten für die Arbeiterwohlfahrt hingewiesen werden. Im Inneren des Demmlerhofs steht eine Portraitbüste des Baumeisters. Doch trotz seiner Verdienste wurde Demmler schon während der Umbauarbeiten im Schloss aus dem Hofdienst entlassen.

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Obotritenring 247
19053 Schwerin