Adebors Näs am Franzosenweg ist ein besonderer Ort, an dem Natur, Geschichte und die Schweriner Seelandschaft aufeinandertreffen. Der ruhige Aussichtspunkt lädt zum Spazieren, Verweilen und Entdecken ein – und bietet einen der schönsten Blicke auf die Schweriner Innenstadt und das Schloss. Schon zu Zeiten der Großherzöge war dieser Aussichtspunkt bekannt. Davon zeugen Darstellungen von Malern und Fotografen, die den damals noch beschwerlichen Weg nach Adebors Näs auf sich nahmen, um den besonderen Blick auf Schloss, Stadt und See festzuhalten.
Seine besondere Bedeutung lag damals wie heute in der einzigartigen Verbindung von Stadt, Schloss und Landschaft. Von hier aus wird sichtbar, wie eindrucksvoll sich die Residenzstadt in ihre natürliche Umgebung einfügt.Damit lässt sich an Adebors Näs bis heute ein wichtiger Gedanke des Residenzensembles Schwerin erleben: Schloss, Stadt und Landschaft bilden keine voneinander getrennten Bereiche, sondern eine bewusst gestaltete Einheit. Diese außergewöhnliche Verbindung gehört zu den besonderen Qualitäten des heutigen UNESCO-Weltkulturerbes Residenzensemble Schwerin.
Eine weitere Besonderheit ist der Holzsteg Adebors Näs. Er führt vom Franzosenweg über mooriges Gelände hinaus zum Südufer des Schweriner Sees. Zur BUGA 2009 wurden der Steg und das Seepodest am Aussichtspunkt errichtet. Gemeinsam mit den fünf Anlegestegen machen sie diesen Abschnitt des Franzosenwegs zu einem beliebten Ziel für Spaziergänger und Naturliebhaber. Die Landschaft rund um Adebors Näs ist geprägt von feuchten und moorigen Bereichen und bietet damit besondere Lebensräume für Pflanzen und Tiere. So verbindet der Ort Naturerlebnis und Kulturgeschichte auf ganz besondere Weise.
Und auch der Name selbst erzählt eine kleine Geschichte: „Adebors Näs“ ist Plattdeutsch und bedeutet auf Hochdeutsch „Storchschnabel“. Der Name könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Landzunge wie ein Schnabel in den Schweriner See hineinragt.
Ganz in der Nähe befindet sich der „Vulkanspielplatz“, genauer der „Spielplatz der Atolle“– eines der wohl beliebtesten Überbleibsel der Bundesgartenschau 2009. Direkt am Schweriner See gelegen, ist er bis heute ein echtes Familienziel. Seinen Spitznamen verdankt der Spielplatz den beiden weithin sichtbaren, farbenfrohen Vulkanen. Sie lassen sich über Netze und Kletterwände erklimmen, im Inneren gibt es verwinkelte Nischen zu entdecken – und zurück nach draußen geht es unter anderem durch Tunnelrutschen. Dazu kommen Sandflächen, Seilbahn, Trampolin, Balancier- und weitere Kletterelemente. Die beiden heutigen Vulkane wurden 2018 neu gebaut und bestehen aus robustem Robinienholz.
Und der Platz hat inzwischen noch eine weitere Bedeutung: Der Vulkanspielplatz trägt zusätzlich den Namen „Platz der Kinderrechte“. Damit ist aus einem BUGA-Erbe nicht nur ein Lieblingsplatz zum Klettern, Toben und Entdecken geworden, sondern auch ein Ort mit Botschaft.
Praktisch für einen Familienausflug: Adebors Näs‘ und der Spielplatz lassen sich wunderbar mit einem Spaziergang oder einer Fahrradtour am Schweriner See verbinden – und vom Schloss aus ist er zu Fuß in etwa 20 Minuten erreichbar.