Claus Clauberg

Autor und Komponist der Sängerin Claire Waldoff

Wir nehmen nun unseren Rundgang an der Stelle wieder auf, wo wir ihn bei Ludwig David verlassen hatten. Von dessen Grabstätte kommend, überqueren wir den Kreuzweg, betreten zum Gräberfeld 8C hin einige holprige Stufen und stehen unmittelbar danach vor einem hoch aufragenden grauen Marmorkreuz. Es ist die letzte Ruhestätte des Komponisten Claus-Gerhard Clauberg. Jener wurde am 12. April 1890 in Schwerin geboren. Sein Leben vollendete sich am 15. März 1963 ebenfalls hier.

Die produktivsten Jahre verbrachte Clauberg jedoch in Berlin. Dort machte er sich, beginnend 1912, als Musikpädagoge und Korrepetitor einen Namen. Er war Mitarbeiter verschiedener progressiver Kabaretts und wurde selbst Gründer und Leiter des Arbeiter-Kabaretts „Die Wespen“. Als routinierter Pianist sorgte er im Café Größenwahn eine Zeitlang für niveauvolle Unterhaltung. Zu Beginn des dritten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts war er für Claire Waldoff tätig. Für sie schrieb und vertonte er Texte von Weinert, Schmock, Kästner mühsam und begleitete sie über einen langen Zeitraum auch auf Tourneen, wo er gemeinsam mit ihr Triumphe feierte. Einer der Erfolgstitel war „Mutterns Hände“ nach einem Text von Tucholsky. Insgesamt schrieb Clauberg für die Waldoff rund 60 Chansons. Was Heinrich Zille mit Pinsel und Palette aus dem Berliner Milieu mitteilte, das ergänzte das Duett Walldoff-Clauberg mit Gesangsvortrag und Musik. Für beide wurde das Couplet „Hermann heeßt er“ ein überragender Erfolg, brachte ihnen aber auch 1936 das totale Auftrittsverbot ein. Ursprünglich verfolgte dieses Couplet keinerlei politische Absichten. Eigentlich hatte man nur dem Volke aufs Maul geschaut und das, was man dabei vernahm, Walldoff berlinerisch originell charmant und kess vorgetragen. Spritzig begleitete Clauberg und animierte die Zuhörer zu tosenden Ovationen. Als dann der wache und kritische Volksmund dem Couplet noch eine Strophe mit diesem Text auf den Naziführer Göring anhängte, da war es den braunen Machthabern zu viel. „Rechts Lametta, links Lametta und der Bauch wird immer fetter. Uns in Preußen ist der Meester Hermann Heester.“ Claire Waldoff zog sich nach dem Zweiten Weltkrieg verbittert nach Bayerisch Gmain bei Bad Reichenhall zurück, wo sie am 22. Januar 1957 starb. Claus Clauberg kehrte 1949 nach Schwerin zurück und wurde hier Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst, war als Musikkritiker tätig und gründete die Musikschulen in Wittenberge und Perleberg. Daneben komponierte er freischaffend weiter. Einen großen Teil des Nachlasses verwahrt die Musikaliensammlung der Mecklenburgischen Landesbibliothek in Schwerin. Er ist Interessenten jedoch jederzeit zugänglich. Auf dem Grabstein von Claus Clauberg ist zu lesen: „Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, ist ja nicht tot. Er ist nur fern. Tot nur ist, wer vergessen wird.“

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