Das Fernwärmenetz

Schon 100 Jahre in Schwerin – und aktueller denn je

Grüne Fernwärme durch die Nutzung von erneuerbarer Erdwärme – das ist ein nachhaltiges Prinzip. Aber die grün erzeugte Wärme muss auch so effizient wie möglich an die Haushalte verteilt werden. Dafür bietet sich ein Fernwärmenetz an. Historisch bedingt ist dieses in der Landeshauptstadt Schwerin sehr gut ausgebaut.

Im Jahr 2024 feiern die Stadtwerke Schwerin 100 Jahre Fernwärme in der Landeshauptstadt. Mitte 2024 heizen schon über 63 Prozent der Schwerinerinnen und Schweriner mit umweltschonender Fernwärme – im bundesdeutschen Schnitt beläuft sich die Ausbauquote auf lediglich 14 Prozent. Der weitere Ausbau der Fernwärmeversorgung stellt einen strategischen Schwerpunkt der Stadtwerke Schwerin dar. Ziel ist es, 80 Prozent der Schweriner Haushalte bis zum Jahr 2035 an das Fernwärmenetz anzuschließen.

Insgesamt ist das unter- und oberirdisch verlaufende Fernwärme-Leitungsnetz im Jahr 2024 knapp 240 Kilometer lang. Je nach Durchflussmenge haben die Rohrleitungen unterschiedliche Durchmesser: von 1,5 Zentimeter für die einzelnen Hausanschlüsse bis zu 80 Zentimeter bei Hauptverbindungen.

Das Fernwärmenetz besteht genau genommen aus zwei Teilen: dem Vorlauf und dem Rücklauf. Abhängig von der Außentemperatur beträgt die Vorlauftemperatur im Primärnetz zwischen 80 Grad Celsius im Sommer und bis zu 130 Grad Celsius, wenn es sehr kalt draußen ist. Das heiße Fernwärmewasser wird in den Wohnungen über die Heizkörper ausgekühlt. Das abgekühlte Wasser kommt mit 50 bis 55 Grad Celsius Rücklauftemperatur wieder zurück – und wird erneut erhitzt.

Rund fünfzig Prozent des Schweriner Energiebedarfs fließen in Heizung und Warmwasser. Um die Energiewende auch im Bereich Wärme voranzubringen, kommt der Schweriner Fernwärme also eine Schlüsselrolle zu. Dabei spielt die Dekarbonisierung der Wärme, beispielsweise durch Geothermie oder eine Biogas-Anlage, eine entscheidende Rolle. Die Vorteile der Fernwärme liegen in der Nachhaltigkeit und der langfristigen Reduzierung von CO2-Emissionen in den zentralen Erzeugungsanlagen.
Außerdem ist ein Fernwärmanschluss der Schweriner Stadtwerke ein Service-Versprechen. Denn das Unternehmen installiert und wartet die Anlagen und ist im Ernstfall durch kurze Anfahrtswege schnell zur Entstörung zur Stelle.

Die Schweriner Fernwärme wird im Jahr 2024 größtenteils in den beiden Heizkraftwerken der Stadtwerke erzeugt. Diese wurden gerade umfassend modernisiert und zählen weltweit zu den effizientesten ihrer Art. Sie arbeiten im Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren. Das bedeutet, dass unter Einsatz des Primärenergieträgers Erdgas Strom und Fernwärme gleichzeitig produziert werden. Hier wird das eingesetzte Erdgas also besonders effizient eingesetzt. Beide Heizkraftwerke können anteilig auch mit Wasserstoff betrieben werden. Rund 15 Prozent der Schweriner Fernwärme werden im Jahr 2024 bereits grün erzeugt: durch die Biogasanlage und die Geothermie-Anlage Lankow I.

Die Landeshauptstadt Schwerin will bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein. Diesem Ziel fühlen sich auch die Stadtwerke Schwerin verpflichtet. Die Erweiterung erneuerbarer Energiequellen für Wärme und Strom ist daher ein fester Bestandteil der weiteren Ausbaustrategie des Unternehmens.

Exkurs zum Energieausweis
Die Schweriner Fernwärme wurde mit dem Faktor 0,29 beziffert. Dieser Wert ist deutschlandweit unter den Besten und wurde durch externe Gutachter bis 2029 zertifiziert. Der Primärenergiefaktor ist ein Maß für das Verhältnis von eingesetzter Primärenergie zu abgegebener Endenergie. Er stellt den Aufwand von der Rohstoffbereitstellung über Aufbereitung (Energieumwandlung) und Transport bis zum Gebäude dar. Je niedriger der Primärenergiefaktor ist, umso günstiger wirkt sich dieser bei der Ermittlung des Jahres-Primärenergiebedarfs eines Gebäudes aus. Dieser Wert findet sich im Energieausweis von Immobilien wieder und spielt bei Anträgen für Förderungen eine wichtige Rolle.

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