Nach der Brunnenstube ist die nächste Station der Sole der Thermaltechnikraum. Neben den drei Wärmetauschern und vielen Rohrleitungen ist hier noch ein Grobfilter mit einem 25 Mikrometer Filtereinsatz installiert. Dadurch sind die weiteren technischen Anlagen geschützt. Von diesem Filter aus gelangt die Sole in die Wärmetauscher. Hier wird ihre thermische Energie auf das aufbereitete Heizwasser übertragen.
Dafür laufen die 56 Grad Celsius warme Sole und das kühlere Heizwasser im Gegenstromprinzip und getrennt durch hauchdünnes Metall, durch alle drei Wärmetauscher aneinander vorbei. Direkte Berührung zwischen Heizwasser und Sole gibt es also nicht. Am Ende ist das Heizwasser wiederum auf 56 Grad Celsius erwärmt und die Sole auf knapp 20 Grad Celsius abgekühlt.
Die Wärmetauscher sind drei etwa kleiderschrankgroße Metallrahmen. Darin befindet sich ein Gespann aus unzähligen Metallwaben. Die jeweils 322 Platten dieser Geflechte ergeben eine Oberfläche von rund 300 Quadratmetern pro Wärmetauscher. Durch sie hindurch wird die thermische Energie von der Sole entnommen und auf das Heizwasser übertragen.
In der Schweriner Sole sind pro Liter 149 Gramm Salz enthalten. Die Salinität beträgt also 14,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Mittelmeer beträgt dieser Wert 3,8 Prozent, an der Mecklenburger Bucht hat die Ostsee einen Salzgehalt von etwa einem Prozent. Durch den hohen Salzgehalt eignet sich die Schweriner Sole für Heilanwendungen. Im Kontakt mit technischen Anlagen führt sie jedoch schnell zu Korrosionsschäden. Daher verlässt das Tiefenwasser sofort nach dem Entzug seiner Wärme das Geothermie-Heizwerk in Richtung Injektionsbohrung und kommt mit den weiteren Anlagen nicht in Berührung.
Die Metallwaben in den Wärmetauschern bestehen übrigens aus Titan und sind daher resistent gegenüber der salzhaltigen Sole.
Der Thermaltechnikraum ist durch die beiden getrennten Wasserkreisläufe mit vielen Rohrleitungen gefüllt: Es gibt bunte Kunststoffrohre für die salzhaltige Sole und Stahlrohre für das Heizwasser. Und davon gibt es dann jeweils noch eine Leitung für den Vor- und eine für den Rücklauf. Zum Beispiel fließt die warme Sole im Zulauf zu einem Wärmetauscher hin und dann ausgekühlt im Rücklauf in Richtung Injektionsbohrung. Darüber hinaus befinden sich im Thermaltechnikraum noch ein Druckausgleichsbehälter, der für einen gleichmäßigen Druck innerhalb des Systems bis hin zur Injektionsbohrung sorgt, sowie der schon erwähnte Grobfilter.
Das im Thermaltechnikraum auf 56 Grad Celsius erwärmte Heizwasser wird anschließend in den Wärmepumpenraum geleitet. Dort wird es dann in den Wärmepumpen weiter erhitzt.