Die Bioabfallverwertungsanlage

Mit 20 Biotonnen zu Strom für einen 4-Personen-Haushalt

Es ist ein Leuchtturmprojekt für die Abfallverwertung, denn mit der Biogasanlage in Göhrener Tannen wird die Art und Weise revolutioniert, in der wir über Abfall denken und ihn nutzen. Die SAS setzt hier neue Maßstäbe in der Energiegewinnung und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern.

SAS, die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft, ist in vielen Bereichen tätig. Dazu zählen natürlich die Abfallentsorgung und Reinigung, aber auch der Verkauf von Gartenprodukten wie Kompost, Rindenmulch, Holzhäcksel oder Kies.
Die 2014 in Betrieb genommene Biogasanlage im Industriepark Schwerin ist ein weiterer wesentlicher Bereich – und zukunftsweisend, denn sie ist ein wichtiger Bestandteil der erneuerbaren Energieinfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern und ganz besonders in Schwerin:
Die Biogasanlage ist eine der modernsten ihrer Art in Deutschland. Das SAS-Konstrukt verfügt über einen Fermenter, in denen die organischen Abfälle aus der Biotonne und Grünschnitt zersetzt werden. Jede einzelne Tonne mit Gartenabfällen, Kartoffelschalen oder Apfelgehäuse trägt dazu bei. Aus 20 Biotonnen entsteht schlussendlich Strom für einen 4-Personen-Haushalt pro Jahr.
Besonders hoch her geht es in der Biogasanlage, wenn die Weihnachtszeit vorbei ist. Denn dann kommen rund 60 Tonnen Tannenbäume Fuhre für Fuhre an der Biogasanlage an. Ein Radlader kippt die Nadelhölzer in den Schredder – und der Weihnachtsbaum war einmal. Damit es etwas schneller geht, kommt noch vorkompostiertes Material beim Zerkleinern hinzu. Schnell schrumpfen die Baumberge zu deutlich überschaubareren Hügeln. Das zerkleinerte Material muss sich dann weiter zersetzen. Dies geschieht bei 65 Grad rund 15 Tage lang. Zum Schluss wird gesiebt: Was kleiner als 10 Millimeter ist, ist fertiger Kompost. Alles andere wird verwendet, um weiteren Grünschnitt zu kompostieren – ein perfekter Kreislauf, bei dem Biogas entsteht. Und dieses wird im Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme.
Jedes Jahr produzieren hier erfahrene Mitarbeiter etwa 7.000 Tonnen Frischkompost und 9.000 Tonnen Flüssiggärrest für die Landwirtschaft. Und mit dem entstehenden Biogas können bis zu 3 Millionen Kilowattstunden jährlich erzeugt werden. Das entspricht dem Energiebedarf von etwa 1.500 Haushalten in Schwerin.

Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, die Wärme wird für die Beheizung von Gebäuden oder für industrielle Prozesse genutzt. So entsteht erneuerbare Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Nutzung von Biogas spart fossile Brennstoffe ein und reduziert die CO2-Emissionen.

Insgesamt ist die Biogasanlage Göhrener Tannen ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Energieerzeugung. Sie zeigt, dass es möglich ist, mit moderner Technologie und innovativen Konzepten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in Schwerin zu leisten – und wie Landwirtschaft und Energieerzeugung sinnvoll miteinander verbunden werden können, um eine nachhaltige und umweltfreundliche Energieversorgung sicherzustellen.

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