Die Brunnenstube

Eine Verbindung bis ins Dinosaurierflussbett

Hier wird das salzhaltige Wasser, die Sole, gefördert. Die Bohrung dafür reicht bis in eine Tiefe von 1.296 Metern. Allerdings muss die Sole nicht von so weit unten heraufgeholt werden. Denn durch den Druck im Erdinneren liegt der Ruhewasserspiegel des Tiefenwassers etwa bei 80 Metern unter der Erdoberfläche.

Zur Förderung bis an die Oberfläche ist auf 250 Metern Tiefe eine Förderpumpe in die Bohrung eingehängt. Sie ist 16 Meter lang und hat eine Leistung von 293 Kilowatt. Bei Volllast schafft sie es, rund 150 Kubikmeter Sole pro Stunde zu fördern. Für größere Instandsetzungsarbeiten oder den Wechsel der Förderpumpe kann die Einhausung der Brunnenstube übrigens mitsamt Fassade und Dach abgenommen werden. Sie ist extra dafür mit Schrauben am Fundament befestigt.

Die Sole fließt in knapp 1.300 Metern Tiefe wirklich in einem Flussbett der Dinosaurierzeit. Die dortige Postera-Schicht entstand vor 201 bis 252 Millionen Jahren und wird dem Trias-Zeitalter zugerechnet. In dieser Zeit entwickelten sich die ersten Säugetiere, die Therapsiden.

Bei der Erschließung der Solelagerstätte – Aquifer genannt – fand man heraus: Der Sandstein unter Schwerin ist außerordentlich ergiebig und hat große Poren. Daher werden zukünftige Anlagen mit einer größeren Fördermenge und damit Wärmeleistung geplant. Durch den erdgeschichtlich eher jungen und außerordentlich porösen Sandstein wird jedoch auch mehr Sand als ursprünglich angenommen nach oben gefördert. Für die Förderpumpe ist das kein Problem. Um die nachgelagerten technischen Anlagen bestmöglich zu schützen, wurden im Jahr 2024 zusätzliche Filter neben der Brunnenstube nachgerüstet. Die geförderte Sole durchläuft zunächst diese beiden Rückspülfilter und gelangt dann durch eine unterirdische Leitung in das Geothermie-Heizwerk.

Vom ersten Augenblick der Förderung an darf die Sole unter keinen Umständen mit Sauerstoff in Kontakt kommen. Denn dieser würde in der eisenhaltigen Sole Eisenoxid entstehen lassen und ausflocken. Um dies zu vermeiden, wird dem Solesystem Stickstoff zugeführt. So sind die technischen Anlagen geschützt.

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