Die Sommerlinde kommt in Mitteleuropa und Zentralasien vor. Sie kann größer werden als die Winterlinde und wächst meist auch etwas schneller. Dafür ist sie aber etwas anspruchsvoller, was ihren Standort betrifft.
Schaut euch mal die Blätter von unten an: Ein Merkmal der Sommerlinde sind die weißen Härchen auf der Unterseite. Bei der Winterlinde sind diese Härchen bräunlich. Auch ihre Früchte unterscheiden sich: Die Früchte der Sommerline lassen sich nicht so leicht zerdrücken.
Die Blüten der Linde sind für viele Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Sie enthalten viel Nektar und Pollen und gelten als hervorragende Bienentrachtpflanze. Aus ihnen entsteht der bekannte Lindenblütenhonig. Habt ihr den schon einmal probiert?
Im Sommer kann es unter Linden manchmal rutschig werden. Blattläuse saugen Pflanzensaft aus den Blättern und scheiden dabei eine zuckerhaltige Flüssigkeit aus, den sogenannten Honigtau. Dieser tropft auf den Boden oder auf Autos. Das ist klebrig. Wenn es feucht wird, können diese Flächen wiederum sehr glatt werden.
Schon seit sehr langer Zeit ist die Linde für die Menschen etwas Besonderes. Bei den Germanen galt sie als heiliger Baum, und auch später spielte sie eine wichtige Rolle im Alltag. Unter Linden trafen sich die Menschen, um zu reden, zu feiern oder sogar Streit zu klären.
Auch in alten Geschichten kommt die Linde vor: In der Nibelungensage badet der Held Siegfried in Drachenblut, um unverwundbar zu werden. Doch ein Lindenblatt fällt ihm auf den Rücken – genau an dieser Stelle bleibt er verletzlich und wird später auch genau dort hinterlistig von seinem Gegner Hagen getroffen.
Wichtige Zahlen zur Sommerlinde
Im Jahr 2025 wurde diese Sommerlinde vermessen. Sie war etwa 9 Meter hoch und hatte einen Stammumfang von 32 Zentimetern. In ihrem Holz speichert sie rund 233 Kilogramm Kohlenstoff. Jedes Jahr bindet sie zusätzlich etwa 12 Kilogramm CO₂, was ungefähr einer 110 Kilometer langen Autofahrt entspricht. Außerdem hält sie rund 400 Liter Regenwasser zurück und filtert etwa 408 Gramm Feinstaub aus der Luft. Außerdem produziert sie pro Jahr ungefähr 32 Kilogramm Sauerstoff, genug für den Atembedarf eines Erwachsenen für etwa 52 Tage.