Je älter eine Eiche wird, desto mehr erinnert sie an eine lebende Skulptur. Ihr Stamm wird knorrig und kräftig, und auch abgestorbene Äste bleiben manchmal lange in der Krone stehen. Dadurch wirkt der Baum besonders eindrucksvoll.
Die lockere Krone der Eiche lässt viel Licht zum Boden durch. Dadurch können unter ihr viele Pflanzen wachsen. Außerdem bietet sie Lebensraum für eine große Anzahl von Tierarten. Allein etwa 500 verschiedene Insektenarten sind an heimischen Eichen nachgewiesen worden.
Die Blätter der Eiche haben eine typische Form. Guckt hin: Sie wirken ein wenig wie kleine Wolken mit runden Ausbuchtungen.
In Deutschland gibt es zwei sehr ähnliche Arten: die Stiel-Eiche und die Trauben-Eiche. Um sie zu unterscheiden, muss man sich die Früchte anschauen. Bei der Stiel-Eiche hängen die Eicheln an einem etwa zwei Zentimeter langen Stiel. Die Blätter dagegen sitzen fast direkt am Zweig. Bei der Trauben-Eiche ist es genau umgekehrt.
Im Sommer kann man unter Eichen manchmal viele kleine Zweige auf dem Boden finden. Das bedeutet nicht unbedingt, dass der Baum krank ist. Bei starker Sonneneinstrahlung wirft die Eiche gelegentlich eigene Zweige ab, um mehr Wasser für sich zu behalten und die Verdunstung zu verringern. Die Stelle, an der der Zweig abgesprungen ist, erkennt man an einer glatten Narbe.
Die Früchte der Eiche sind die bekannten Eicheln. Sie gehören zu den Nüssen. Die harte Frucht sitzt in einem kleinen Fruchtbecher, der wie ein Hütchen aussieht. Ab Oktober fallen die reifen Eicheln vom Baum. Etwa alle drei bis fünf Jahre bilden Eichen besonders viele Früchte gleichzeitig. Dieses Ereignis nennt man Eichenmast.
Die Rinde der Eiche enthält sogenannte Gerbstoffe. Damit kann man Tierhäute haltbar machen färben. Dadurch bekommt man Leder, zum Beispiel um Taschen herzustellen oder auch Gürtel oder Hosen.
Wichtige Zahlen für zur Stieleiche
Im Jahr 2025 wurde diese Eiche vermessen. Sie war 11 Meter hoch und ihr Stammumfang betrug 51 Zentimeter. In ihrem Holz speichert sie rund 809 Kilogramm Kohlenstoff. Zusätzlich bindet sie jedes Jahr etwa 29 Kilogramm CO₂ – ungefähr so viel, wie bei einer 266 Kilometer langen Autofahrt entsteht. Gleichzeitig hält sie rund 600 Liter Regenwasser zurück und filtert etwa 516 Gramm Feinstaub aus der Luft. Durch die Photosynthese entstehen jährlich etwa 76 Kilogramm Sauerstoff, genug für den Atembedarf eines Erwachsenen für ungefähr 123 Tage.