Die Winterlinde
(Tilia cordata)

Der Baum mit den Herzblättern

Schaut euch mal die Form der Linde an! Na, erinnert sie euch an etwas? Genau! Wenn eine Linde frei wachsen kann, sieht sie aus wie ihre Blätter. Und die sind wie kleine Herzen – nur auf den Kopf gestellt. Könnt ihr das sehen? Und zur Blütezeit im Juni riecht die Linde außerdem noch wunderbar!

Vielleicht habt ihr Glück, es ist schön warm und die Winterlinde trägt bereits Blüten? Dann schnuppert mal: Es riecht richtig süß. Wenn ihr gerade einen Herbstausflug nach Lankow gemacht habt, dann könnt ihr nicht so viel riechen, aber sehen: Im Herbst färben sich ihre Blätter goldgelb.

Die Winterlinde kann sehr alt werden – mehr als 1.000 Jahre! Könnt ihr euch das vorstellen?  Das gelingt ihr, weil sie immer wieder neue Triebe bilden kann. Auf diese Weise kann der Baum sozusagen immer wieder neu beginnen. Das nennt man Verjüngung. Toll, wenn Opa und Oma das auch könnten, was?

Die Winterlinde hat eine enge Verwandte: die Sommerlinde, die später blüht. Beide sehen sich sehr ähnlich. Ein Unterschied zeigt sich aber auf der Unterseite der Blätter. Bei der Winterlinde sind dort kleine bräunliche Härchen zu finden. Könnt ihr sie sehen? Die Sommerlinde hat das nicht. Außerdem können an der Winterlinde deutlich mehr Blüten oder Früchte gleichzeitig wachsen.

Die Linde ist für Menschen ein ganz besonderer Baum. Ihr Holz ist weich und leicht und eignet sich gut zum Schnitzen. Viele Figuren in Kirchen wurden aus Lindenholz hergestellt. In manchen Dörfern stand auch eine Linde als Treffpunkt. Als man noch nicht telefonieren oder eine Nachricht mit dem Handy schicken konnte, sagte man also zum Beispiel: „Wir treffen uns um 15 Uhr an der Linde!“ und das hat geklappt! Es gab auch eine Gerichtslinde, an denen Streitfälle geklärt wurden. Oder auch eine Tanzlinde, um die herum man prima Dorffeste gefeiert hat. 
Außerdem sind Lindenblüten gesund, als Mittel gegen Erkältungen nämlich. Das klappt natürlich nur, wenn ihr nicht allergisch auf Linden seid.

Die Linde gilt bis heute als Symbol für Leben, Verbindung zwischen Mensch und Natur, Liebe und Hoffnung.

Wichtige Zahlen zur Winterlinde

Im Jahr 2025 wurde diese Winterlinde vermessen. Sie war etwa 12 Meter hoch und hatte einen Stammumfang von 53 Zentimetern. Sicherlich ist sie jetzt schon weiter gewachsen. Gelingt es euch, den Stamm zu umarmen? Probiert es aus!
In ihrem Holz speichert sie rund 766 Kilogramm Kohlenstoff. Jedes Jahr nimmt sie zusätzlich etwa 24 Kilogramm CO₂ aus der Luft auf – ungefähr so viel wie bei einer 220 Kilometer langen Autofahrt entsteht. Außerdem kann sie jährlich etwa 900 Liter Regenwasser zurückhalten. Ihre Blätter filtern Jahr für Jahr rund 828 Gramm Feinstaub aus der Luft. Gleichzeitig produziert sie etwa 63 Kilogramm Sauerstoff pro Jahr. Ein Erwachsener kann damit etwa 101 Tage atmen.

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Mitarbeiter in der Werkstatt von LOEWE Orthopädietechnik arbeitet an einem Kinderrollstuhl, im Hintergrund Regal mit Werkzeug