Wenn Sie dem köstlichen Geruch griechischer Gerichte folgen, werden Sie automatisch in Friedrichsthal landen. Die Wirte Dimitri und Ioannis Gianikis empfangen hier herzlichst ihre Gäste, wie es auch schon vor ihnen andere Wirte seit dem 18. Jahrhundert gemacht haben. Doch nicht allein Gastronomie bestimmte über die Jahrhunderte den Standort.
Alles begann mit Joachim Meyer aus Langen Bütz. Er eröffnete 1738 das erste Lokal an genau dieser Stelle, also an der heutigen Lärchenallee 3. Auf seinem gepachteten Land in der äußeren Lankower Feldmark stand damals der „Hellkrug“. Die Menschen aus dem alten Bauerndorf trudelten nun in das neue Lokal, wenn sie sich nach netter Gesellschaft und guten Speisen sehnten. Eine Schmiede nebenan machte die Gaststätte acht Jahre später noch beliebter bei den Schwerinern. Mit der Pferdekutsche konnten sie das Lokal besuchen und ihre Pferde getrost im Nachbarhaus versorgen. In den Folgejahren führten dann Johann Christian Schultz und seine Nachfahren von 1798 bis 1885 das Wirtshaus, bis Familie Dreyer die Leitung übernahm.
Dadurch veränderte sich der alte „Hellkrug“: Im neuen „Gasthaus Dreyer“ baute die Familie einen Speisesaal an und das eigentliche Lokal wurde als Hotel umfunktioniert. Im neuen Garten konnten Gäste schön zusammensitzen und sich über die Erlebnisse des Tages austauschen. Wer sich eine kurze Abkühlung im Sommer wünschte oder ein wenig wandern wollte, schlug wahrscheinlich den Weg zum Neumühler See und die Badestelle ein. Mit vier Umkleidekabinen, einem Sprungbrett, Ruderbooten und einem Nichtschwimmerbereich bot die Badestelle für jeden etwas an. Für Familien war Friedrichsthal so ein beliebtes Ausflugsziel.
Im zweiten Weltkrieg machte das Hotelrestaurant einen Wandel durch. Zunächst zog ein Schwesternheim in das Wirtshaus ein, anschließend wurde ein Hilfskrankenhaus eröffnet und schließlich eine Notunterkunft eingerichtet.
Eine neue Branche folgte 1961. Dann befand sich der Konsum „Waldblick“ in den Räumlichkeiten an der Lärchenallee.
Dimitri Gianikis machte aus dem Haus wieder ein Restaurant und lebt seit 1994 mit seiner Familie griechische Gastlichkeit bei „Hermes“. Der griechische Götterbote ist Namensgeber für das Restaurant. Und die Speisekarte wiederum kommt passend zum Boten wie eine Zeitung daher.
Das Restaurant in Friedrichsthal ist für seine ausgezeichnete Küche, köstliche Getränke und die entspannte Atmosphäre bekannt. Gäste fühlen sich wie im Urlaub. Das liegt zum einen an der Dekoration: Ein großes Aquarium, griechische Büsten und Reliefs versetzen die Besucher direkt an die Küsten der Ägäis. Idyllisches Wasserplätschern, rustikale Gemütlichkeit oder einfach die Sonne genießen – das alles geht bei Dimi, denn bei schönem Wetter öffnet „Hermes“ auch die überdachte Sommerterrasse für seine Besucher. Eine kleine Brücke führt über einen Bachlauf, die Sitzplätze sind umrahmt vom üppigen Grün der Lärchen. Hier lassen sich Kleinigkeiten wie gebackene Zucchini oder gefüllte Weinblätter genauso gut genießen wie große Grillplatten mit Souvlaki-Spießen, Gyros und Lammkotelett. Eine Spezialität des Hauses ist das Stifado – zartes Lammfleisch, geschmort mit Schalotten, und dazu Brot. Auch für die Kleinen ist etwas dabei – sowohl auf der Speisekarte als auch in der Nähe der Tische: Ein kleiner Spielplatz mit Klettergerüsten und einer Schaukel sorgen dafür, dass sich Eltern entspannt bei einem Glas Marodaphne oder Amethystos zurücklehnen können.
Für besondere Anlässe bietet Dimi im Gewölbe geschichtsträchtige Gastlichkeit: Geschlossene Gesellschaften können hier beinahe die 300-jährige Geschichte spüren. In dieser Atmosphäre können die Gäste wählen, ob sie à la carte essen möchten oder im Vorfeld ein Buffet ordern.
Zum Schluss rundet ein kleiner Extra-Genuss den Restaurant-Besuch ab. Der Adonis-Teller mit Joghurt, Eis und Feigenhonig ist etwas Besonderes und schließlich kann man – natürlich! – einen Ouzo trinken. Yamas!