Wisst ihr, was Naturforscher machen? Sie beobachten Tiere, Pflanzen und ganze Lebensräume, um zu verstehen, wie sie funktionieren und miteinander zusammenhängen. So finden sie Antworten auf spannende Fragen und sammeln viel Wissen.
Ein sehr bekannter Naturforscher ist Sir David Attenborough. Er wurde 1926 in London in England geboren und hat etwas sehr Wichtiges über Bäume gesagt:
„Alte Bäume sind wertvoll. Es gibt kaum etwas anderes auf der Erde, das eine so reiche Lebensgemeinschaft innerhalb eines einzigen lebenden Organismus beherbergt.“
Hier, am Baumlehrpfad Lankow, kannst du heute auch ein Naturforscher sein, vieles genau anschauen und einiges lernen. Hast du Lust? Dann geht es jetzt los:
Bäume sind eine wichtige Bereicherung für die Gestaltung einer Stadt. Sie bringen lebendiges Grün in eintönige Straßen und erinnern uns daran, im hektischen Alltag zur Ruhe zu kommen und die Schönheit der Natur zu bestaunen. Setz dich doch einfach mal unter einen Baum, lehne dich mit dem Rücken an seinen Stamm an und schau dich um. Was kannst du alles sehen?
Bäume stehen übrigens nicht einfach nur da – sie können eine ganze Menge Dinge, die für uns Menschen von Vorteil sind. Diese Dinge werden Ökosystemdienstleistungen genannt. Manche davon können gemessen und in Zahlen dargestellt werden. Bei unserem Baumlehrpfad könnt ihr eine Menge darüber erfahren, was die Bäume für uns tun. Grundsätzlich geht es um Sauerstoff, Wasserspeicherung und die Bindung von Feinstaub. Fangen wir an.
Bäume produzieren Sauerstoff und binden Kohlenstoff
Wenn etwas verbrennt, wir ausatmen oder etwas in der Natur verrottet, entsteht Kohlenstoff, den wir als Kohlendioxid – CO₂ – in der Luft wiederfinden.
Während wir dringend Sauerstoff zum Atmen benötigen, können die Bäume richtig viel mit dem Kohlendioxid anfangen: Sobald ein Baum aus einem Samen erwächst, fängt er nämlich an, dieses CO₂ aus der Luft in sich aufzunehmen. Damit beginnt ein spannender Prozess, den wir Photosynthese nennen: Über die Blätter gelangt also das Kohlendioxid aus der Luft in den Baum. Dort wird das Gas durch Lichtenergie in Kohlenstoff und Sauerstoff zerteilt. Aus dem Kohlenstoff entstehen die Baustoffe fürs Holz – das sind ganz kleine molekulare Bestandteile. So wächst der Baum. Den Sauerstoff geben die Blätter wieder an die Luft ab. Dank dieser biochemischen Reaktion können Menschen und Tiere auf der Erde atmen und leben. Toll, oder?
Bäume speichern Wasser
Was glaubt ihr, wie groß das Wurzelwerk eines Baumes ist? Naaa?
Ich verrate es euch: Die Wurzeln sind etwa so groß und verästelt sind wie die Baumkrone. Also schaut einmal nach oben und stellt euch das dann unter der Erde vor. Weit verzweigt und tief in der Erde liegt also ein verborgenes System, das wie ein Schwamm Wasser und Nährstoffe aufsaugt. Damit können Bäume also richtig viel Regenwasser in sich aufnehmen und uns so vor Überschwemmungen und Hochwasser schützen. Und wenn es mal wenig regnet, passiert auch etwas Spannendes: Dann wachsen die Wurzeln nämlich nicht einfach gleichmäßig in alle Richtungen, sondern dorthin, wo Wasser in die Erde dringt. Das nennt man opportunistisches Wachsen – ein schwieriges Wort, aber eine super Sache!
Bäume binden Feinstaub
Vor allem in Städten und an Straßen werden durch Abgase viele schädliche Feinstaubpartikel in die Luft befördert. Diese sind noch kleiner als ein Staubkorn und schweben unsichtbar an uns vorbei oder werden eingeatmet.
Bäume helfen dabei, dieser Luftverschmutzung entgegenzuwirken, denn die Feinstaubpartikel bleiben auf rauen und klebrigen Blattoberflächen haften und werden später durch den Regen wieder abgewaschen. Die Baumkronen wirken also wie riesige, natürliche Filter und tragen maßgeblich zur Verbesserung der Luftqualität bei.
Bäume versorgen uns also mit Sauerstoff, dienen als Wasserspeicher und helfen, Feinstaub aus der Luft zu entfernen – ihr könnt also bereits erkennen, wie wichtig Bäume für uns sind, oder?
Aber Bäume können noch mehr – was sie tun und wie sie leben, ist sehr vielfältig:
Bäume können Hunderte von Jahren alt werden. Und auch die Bäume hier stehen schon viel länger hier, als ihr alt seid. Manche sind sogar noch älter als eure Eltern oder Großeltern. Außerdem bieten Bäume Lebensraum für unzählige andere Lebewesen, also für Flechten, Moose und Pilze, aber auch für Insekten, Vögel oder kleine Säugetiere wie zum Beispiel Eichhörnchen. Dort, wo ein Baum steht, gibt es buntes Leben: in seiner Krone, auf der Rinde und im Holz.